
Zunächst müssen die Ideen, die aus dem Brainstorming entstanden sind, gebündelt werden, um ein Thema zu finden, das als Ziel weiter verfolgt werden soll. Vorschulkinder können die Schrift der Erwachsenen noch nicht decodieren, infolge dessen müssen sie die Möglichkeit zur eigenen „Verschriftlichung“ erhalten: das Malen oder „Krakeln“. Bevor aus der Vielfalt der Ideen, die in einer größeren Gemeinschaft entstehen können, ein Thema ausgewählt wird, hält jede*r Ideenfinder*in seinen/ihren Vorschlag auf einem Blatt fest – geschrieben oder gemalt. Über die Ideen wird dann gesprochen, um sie allen Teilnehmer*innen verständlich nahe zu legen. Es empfiehlt sich, den Kinderideen für die Nachvollziehbarkeit eine kurze schriftliche Notiz hinzuzufügen. Kann sich die Gemeinschaft im Dialog noch nicht entscheiden, welcher Variante sie den Vorzug geben möchte, gibt es ein Voting.
Beim Voting handelt es sich um eine Abstimmungsverfahren, bei dem alle Teilnehmer*innen durch die Vergabe ihrer Stimme ihrem Favoriten zum Sieg verhelfen können. Dabei legen alle ihre Ideenblätter auf den Tisch oder Fußboden oder befestigen sie an einer anderen Arbeitsfläche (Flipchart, Magnetwand und so weiter). Jede*r der jungen Teilnehmer*innen erhält ein Objekt, das seine/ihre „Stimme“ repräsentiert. Das kann ein Klebepunkt, ein Stift, eine Murmel, ein Spielstein oder sogar ein Tannenzapfen sein. Haben alle Kinder verstanden, was sie mit dem Objekt zu tun haben, wird es jeweils auf die favorisierte Idee gelegt. Die Idee mit den meisten Punkten geht als Wahlsieger in die Umsetzung.
Und die restlichen Ideen?
Die Ideenblätter, die bei der Wahl nicht das Siegerpodest erklimmen konnten, wandern deswegen aber nicht in den Papierkorb, sondern erfahren ebenfalls große Wertschätzung. Bestens bewährt haben sich Maßnahmen, die alle weiteren Ideen in sich versammeln. In diesem Ideenspeicher kann im Nachhinein jede*r Interessierte blättern, er/sie kann die anderen Ideen bewundern, darüber diskutieren oder später noch einmal auf sie zurückgreifen und sie umsetzen.
Gruppengröße
Zielgruppen
Vorhaben
Orte
Dauer
Methodentyp
Ein Gegenstand zum Abstimmen - das kann alles sein: Tannenzapfen, Stein, ein Spielzeug...
Vor allem bei jüngeren Kindern, deren Entwicklungsstand auf sprachlicher Ebene es ihnen noch nicht ermöglicht, ihre Wünsche zu äußern, erwecken mitunter den Eindruck, keine Ideen zu haben. Auch älteren Kinder, die sich als „Neuling“ im Planungsverfahren auf Ideensuche begeben, fehlt noch die Vorstellung, was mit einer Idee gemeint ist. Sie sind Lernende, die den Erfahrungsraum und die Möglichkeit zur Beteiligung benötigen.
Bild
Victoria Borodinova (Bild von Victoria_Borodinova auf Pixabay)
Text
Ulrike Leubner